Spullersee und Formarinsee
Die große Runde von Dalaas zu den zwei schönsten Seendes Lechquellengebirges
Strecke 35,3 km
Fahrzeit 3:30 h reine Fahrzeit
Aufstieg 1.390 hm
Abfahrt 1.400 hm
Höchster Punkt 1.920 m – Freiburger Hütte
Tiefster Punkt 850 m – Dalaas
Ø Geschwindigkeit 10,1 km/h
Charakter Rundtour, hochalpin
Untergrund Asphalt, Schotter, Trail
Schwierigkeit S1, konditionell fordernd
Saison Anfang Juli bis Oktober
Empfehlung Ganztagestour einplanen
Zwei Stauseen, zwei Schutzhütten, ein Bergmassiv, das 2015 zumschönsten Platz Österreichs gewählt wurde – und dazwischen knapp 1.400Höhenmeter, die dein Akku schlucken muss. Diese Runde gehört zu den ganz großenim Vorarlberger Bergsommer. Sie ist kein Trail-Feuerwerk, sondern eineLandschaftstour im besten Sinn: lange, gleichmäßige Anstiege auf gut fahrbaremUntergrund, oben ein Hochtal-Panorama, das man so schnell nicht wiedervergisst, und am Ende eine Abfahrt, die den ganzen Höhengewinn in einem Zug wiederhergibt.
Der große Vorteil gegenüber der üblichen Variante von Lech aus: Wer inDalaas startet, verdient sich die Seen von unten. Das kostet rund 350Höhenmeter mehr, spart die Mautstelle im Zugertal und beschert einem am Schlussdie deutlich längere Abfahrt.
Ausgangspunkt und Anfahrt
Dalaas im Klostertal auf 850 m. Parkmöglichkeiten im Ortszentrum,Anreise über die Arlberg Schnellstraße S16, Ausfahrt Dalaas. Mit der Bahn bis Langen am Arlberg oder Braz, von dort mit dem Landbus Klostertal L720. Die Tour ist als Rundtour angelegt und endet wieder am Ausgangspunkt.
Der Anstieg zum Spullersee
Aus Dalaas heraus geht es sofort zur Sache. Die Spullerseestraße wurdein den 1920er-Jahren für das Kraftwerk der Arlbergbahn gebaut und windet sichin gleichmäßigen Kehren aus dem engen Klostertal heraus. Der Untergrundwechselt zwischen Asphalt und griffigem Schotter, die Steigung bleibt konstantund gut dosierbar – ideales Terrain, um im Eco- oder Tour-Modus zu bleiben undAkku für später zu sparen.
Nach knapp 1.000 Höhenmetern öffnet sich das Gelände, und derSpullersee liegt auf 1.827 m vor dir. Türkisgrün, eingerahmt von den Wänden derRoggalspitze und des Spuller Schafbergs. Wer mag, hängt den kurzen Abstecherzur Ravensburger Hütte auf 1.948 m an – knapp 120 Höhenmeter über einensteileren Schotterweg, die sich für die Aussicht über den ganzen See lohnen.
Übergang zum Formarinsee
Vom Spullersee führt der Weg über die Dalaaser Staffel und einenkleinen Sattel hinüber ins Formarintal. Dieser Abschnitt ist daslandschaftliche Herzstück der Tour: weite Almböden, Karstplateaus, im Sommervoller Enzian und Wollgras, und mit jedem Meter kommt die Rote Wand näher. DerÜbergang ist durchgehend fahrbar, kann aber bis in den Juli hinein nochAltschneefelder haben.
Der Formarinsee auf 1.793 m ist der stillere der beiden – keinStausee, sondern ein natürliches Gewässer, das sich jedes Jahr ausSchmelzwasser neu bildet und im Spätsommer merklich schrumpft. Darüber stehtdie Rote Wand mit 2.704 m, deren Kalkflanke am Abend tatsächlich rot glüht.
Freiburger Hütte – der höchstePunkt
Vom See noch einmal gut 130 Höhenmeter hinauf zur Freiburger Hütte auf1.920 m, dem höchsten Punkt der Tour. Die Terrasse blickt direkt auf See undRote Wand. Wenn du auf der ganzen Runde nur einmal einkehrst, dann hier.
Die Abfahrt nach Dalaas
Was jetzt kommt, ist der Grund, warum sich der Start im Tal auszahlt:über 1.000 Höhenmeter Abfahrt am Stück, hinunter durch das Formarintal zurücknach Dalaas. Der obere Teil ist alpin und ruppig, mit losem Untergrund undeinzelnen Passagen, in denen weniger geübte Fahrer kurz schieben. Weiter untenwird der Weg breiter und schneller und läuft über Forststraßen ins Klostertalaus. Die aufgezeichnete Spitzengeschwindigkeit von 62,8 km/h zeigt, wie flüssigdas untere Drittel läuft.
Einkehr
– Ravensburger Hütte, 1.948 m – kurzer Abstecherüber dem Spullersee, DAV-Hütte mit bewirtschafteter Terrasse
– Freiburger Hütte, 1.918 m – am Formarinsee,der klassische Rastpunkt der Tour
– Staffelalpe – einfache Alpjause auf demÜbergang zwischen den Seen
– Gasthäuser in Dalaas – der verdiente Abschlussim Tal
Akku und Technik
1.390 Höhenmeter sind für ein E-MTB kein Selbstläufer. Mit einem750-Wh-Akku und vernünftiger Unterstützungsstufe geht sich die Rundekomfortabel aus, mit 500 Wh wird es ohne Eco-Disziplin im Anstieg knapp.Ladepunkte gibt es unterwegs praktisch keine – die Hütten sind aufInselversorgung ausgelegt und nicht verpflichtet, Akkus zu laden. Wer aufNummer sicher gehen will, fragt vorher an oder nimmt einen Range Extender mit.
Technisch reicht ein Fully oder ein gutmütiges Hardtail. Wichtiger alsFederweg sind funktionierende Bremsen: Die Abfahrt nach Dalaas ist lang undsteil, und ein E-MTB bringt gut zehn Kilo mehr auf die Scheibe als ein normalesRad. Beläge vorher kontrollieren.
Beste Zeit und Bedingungen
Vor Anfang Juli hat der Übergang zwischen den beiden Seen in der Regelnoch Schnee, und die Freiburger Hütte öffnet meist erst Ende Juni. Dieverlässlichste Zeit liegt zwischen Mitte Juli und Ende September. Im Hochsommerfrüh starten – das Gelände ist ab Mittag exponiert, und Gewitter bauen sich imLechquellengebirge schnell auf. Auf über 1.800 m sind auch im Augusteinstellige Temperaturen möglich, eine Windjacke gehört immer in den Rucksack.
Gut zu wissen
– Die Straße ins Zugertal ist ab der MautstelleZug tagsüber für den Privatverkehr gesperrt – für Radfahrer kein Thema, füreinen möglichen Rücktransport aber relevant
– Im Sommer verkehren Wanderbusse zum Spullersee(L706) und zum Formarinsee (L707) – der Notausstieg, wenn Wetter oder Akkunicht mitspielen
– Nicht jeder Steig rund um den Spullersee istfür Räder freigegeben; Beschilderung vor Ort beachten und im Zweifel auf demFahrweg bleiben
– Beide Seen sind stark von Wanderernfrequentiert – Tempo herausnehmen, Vortritt lassen, das kostet nichts
– Almgebiet mit Weidevieh: Gatter schließen,Abstand zu Mutterkühen halten
Aufgezeichnet am 15. August 2026 · 35,3km · 1.390 hm · 3:30 h · Tourdaten nach Komoot











